Original Kyllburger auf Sardinien

Original Kyllburger auf Sardinien

Nachdem wir bereits die Länder bereist hatten, aus denen unsere AH-Fußballer ursprünglich stammen, gehen uns so langsam die „Ausländer“ in der AH Kyllburg aus. Wir waren zum Bespiel bereits in Litauen, Albanien, Holland und Polen um nur einige Reiseziele der vergangenen Jahre aufzuführen. Nach Amerika hätten wir auch fliegen können, doch Nebraska ist uns dann doch zu „eifeltypisch“. Viel Wald und noch mehr Gegend, davon haben wir in unserer Heimat schon genügend. Also überlegten wir, wo wir denn vielleicht Kontakte zu Freunden haben, die ihre Eifelheimat verlassen haben und nunmehr in der Ferne ihr Leben leben. Unserem SVK-Urgestein Eugen fiel da schnell der seit vielen Jahrzehnten auf Sardinien lebende „Original Kyllburger“ Karl-Heinz Wissmann ein. Die Entscheidung war schnell getroffen und alle freuten sich nun schon seit Monaten auf den Trip nach Cagliari im Süden der Sonneninsel Sardinien. Am Freitagmorgen starteten wir gestärkt nach einem super Frühstück, das uns Otto im Vereinshaus zubereitet hatte, zum Flughafen Frankfurt-Hahn. Mit 18 Leuten stiegen wir in den Bus zum Flughafen, doch nur 17 sollten in den Flieger nach Cagliari einsteigen. Bei der Checkliste für künftige Touren sollten wir aufnehmen, immer den Kopierer zum Handgebäck zu nehmen. Damit minimiert man das Risiko, seine Ausweispapiere zu vergessen. Wie groß der Drang und der unbedingte Wille war, diese Tour dennoch mitzumachen wurde klar, als wir den verloren Sohn am nächsten Tag dann doch noch in Cagliari begrüßen durften. Er flog nämlich 24 Stunden später nach einer durchzechten Nacht in Köln und Düsseldorf von Düsseldorf – Weeze aus seinen Freunden hinterher. Was für eine Freude, alle Jungs nun beisammen zu haben. Nun ging es zur Stadtbesichtigung. Cagliari ist eine schöne, liebenswerte, italienische Stadt, deren Bevölkerung sehr gastfreundlich ist.  Alles ging etwas gemächlicher zu als bei uns uns so entspannten wir relativ schnell. Das Programm tagsüber war wie immer prallvoll. Eugen hatte sich einige Monate zuvor vor Ort alles genau angucken können und wusste natürlich auch, wo unsere Interessen liegen. So stellte er eine abwechslungsreiche Sightseeingtour zusammen. Die Besichtigung des Castello di San Michele, dem Schloss hoch über der Stadt, zählte genau so dazu wie die unvergessene Tour mit vier Jeeps, mit denen uns unsere Fahrer an unvergesslich schöne Strände und Aussichtspunkte Sardiniens führten. Hier ging es über unwegsames Gelände an Stellen, die von nicht vielen Menschen entdeckt und besucht wurden. Gekrönt wurde die Jeeptour von dem üppigen Picknick direkt am Strand. Nach diesen tollen Eindrücken am Tage ging es dann abends in die Innenstadt. Dort genehmigten wir uns das ein oder andere Ichnusa, das heimische, seit 1912 gebraute Pils, war dann ganz nach unserem Geschmack. Eine echte Herausforderung war dann die Suche nach unserem Freund Karl-Heinz Wissmann und seinem Lokal. Man muss dazu sagen, dass es sich bei dem Lokal um einen Klub handelt, der nur für Mitglieder zugänglich ist und der Klub von außen überhaupt nicht auf eine Wirtschaft hindeutet. Wir waren natürlich schon vor Antritt der Reise als eingetragenen Mitglieder registriert und hatten freien Zutritt. Bei der Suche nach dem „Original Kyllburger“ zeigte sich dann wieder der große Ideenreichtum unserer Reisetruppe. Wir bildeten zwei Teams, um die Chancen, möglichst rasch den Klub zu finden, zu erhöhen. Ein cleverer Schachzug! Team B (Tutti, Lurchi, Drucki, Duschi, Doctore De Lokore Casamotloti Amputanti & Co)  Irrten noch mehrere Stunden um die Piazza-Galileo-Galilei umher, bevor Team A (Freunde aus einer Interessengemeinschaft aus BW & RLP) sich erbarmten und ihnen den Eingang zum Klub zeigten. Wir wurden herzlich von Karl-Heinz und seinem Team empfangen und fühlten uns sofort wie zu Hause. Bitburg Pils vom Faß durfte natürlich auch nicht fehlen und wir waren direkt im Gespräch mit den netten Gästen und „Mitgliedskolleginnen und -kollegen“. Unser Doctore De Lokore Casamotloti Amputanti konnte es nicht lassen und hatte eine „offene OP am Herzen eines Zapfhahns“ durchgeführt. Die komplette Gruppe war sehr „GLÜCKLICH“… der Patient überlebte. Nach den anstrengenden Abenden, Nächten und OP’s waren wir über das wohltuende Bad im noch warmen Mittelmehr dankbar. Hier sollte sich auch wieder die unbegrenzte Kreativität unserer Truppe auszeichnen. Die Definition von „Freiheit“ wurde auch neu beschrieben. So trinkt man ab sofort in Kyllburg nicht einfach mehr Rotwein, sondern fängt ihn vorher. Ebenfalls das Spielgerät zum Spielen von Wasserball wurde neu erfunden. Eine unglaublich kreative Mannschaft war da wieder am Start. Am letzten Abend wollten wir dann noch das Spiel unserer Nationalmannschaft gg. Georgien gucken. Scheinbar interessierte kaum einen auf der Insel dieses Spiel. Nur im Bierkeller, einer großen Kneipe mitten in Cagliari, wurde das Spiel auf Sky übertragen. Ein Glücksgriff für uns und den Wirt, der bereits kurze Zeit nach unserem Eintreffen die Dollarzeichen in den Augen hatte. Wir hatten den Laden schnell im Griff und waren überrascht, dass auf einmal ein DJ mit Oktoberfestmusik im Gepäck auftauchte. Auch er merkte recht schnell, dass es sinnlos ist, uns nicht unsere Musikwünsche zu erfüllen und überließ uns sehr rasch sein Mischpult. Nach einer überschaubaren Menge Oktoberfestbier ging es dann nochmals zu Karl-Heinz. Der Abschied fiel uns schon ein wenig schwer, denn auch er hatte sich sehr ins Zeug gelegt und unseren Aufenthalt gemeinsam mit Eugen perfekt organisiert. Der aufmerksame Leser fragt sich sicherlich, warum ich immer den „Original Kyllburger“ erwähnt habe. Nun, Karl-Heinz hat in seinem Klub eine große Holzplatte über der Theke genau mit diesen Worten beschriftet. Ein echter Gruß an die Heimat! Der Rückflug ging dann ohne Komplikationen vonstatten. Alle hatten noch ihre Ausweise und wir konnten in Deutschland angekommen wieder einmal sagen: Eine super Tour unter Freunden!

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